Demokratietheorien

5. Dezember 2006

Bezeichnung für die idealtypischen Vorstellungen vom Aufbau der Demokratie. In der Politikwissenschaft werden zwei Demokratiemodelle unterschieden:

a) das Identitätsmodell und b) das Konkurrenzmodell.

Das Identitätsmodell basiert auf dem Denken Rousseaus. Nach diesem Modell übt das Volk die politische Macht direkt aus (direkte oder plebiszitäre Demokratie) und es existiert eine Identität von Regierenden und Regierten.
Das Gemeinwohl (Volonté générale) steht bei der Identitätstheorie an erster Stelle (Gemeinwohl a priori).
Das Konkurrenzmodell basiert wesentlich auf dem Denken von Locke. Es geht nicht von einem einheitlichen Volkswillen aus, sondern von unterschiedlichen (konkurrierenden) Interessen im Volk, ie sich in Form von Parteien organisieren und um die Gunst der Wählerschaft konkurrieren (Parteienwettbewerb).
Das Gemeinwohl ist hier Resultat eines Kompromisses zwischen den verschiedenen Interessengruppen (Gemeinwohl a posteriori). Demokraitie wird als repräsentative Demokratie verstanden. Zentrales demokratisches Prinzip ist die auf Locke zurückgehende Gewaltenteilung in Exekutive, Legislative und Judikative.

(Quelle: dialog sowi 2 )

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